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Mithras - ein orientalischer Mysterienkult

Der orientalische Kult des Mithras geht auf eine naturgeschichtliche Entdeckung zurück. Um 128 v. Chr. schreibt der griechische Astronom Hipparchos (ca. 190 - 126 v.Chr.) "Über die Verschiebung der tropischen und Äquinoktialpunkte", das Phänomen der Präzession. Die Verschiebung der Tages- und Nachtgleichen war eine bahnbrechende Entdeckung, die noch nicht mit den Mitteln der modernen Astronomie mit der Rotation der Erdachse erklärt werden konnte: Hipparch verstand die Präzession als Bewegung des Kosmos.

Das Ende des "Zeitalters des Stieres" wird mit der Tötung des Stieres gleichgesetzt, Mithras, der persische Lichtgott, tritt als Kosmokrator - als Beherrscher des Kosmos - auf. Die Bildprogramme nehmen die Sternenkarten auf. Der Mithraskult gelangte durch die Ausdehnung des Imperium Romanum in den Osten im 1. Jahrhundert n. Chr. nach Rom.

Der Kult war nicht öffentlich, sondern wurde in geschlossenen Gebäuden oder Höhlen, den Mithräen durchgeführt. Durch Prüfungen gelangte der Myste - Frauen waren ausgeschlossen - zur nächsten Stufe der sieben Weihegrade. Ob der Kult auch mit einer Jenseitsvorstellung verbunden war, wird angenommen.

Ab der Regierungszeit des Kaiser Trajan (98 - 117 n.Chr.) fand der Mithraskult rasche Verbreitung und war besonders beim Militär beliebt. In der Provinz Germania superior zeigt sich entlang des Limes eine dichte Verbreitung von Inschriften und Mithräen, ebenso am Hadrianswall und in den Donauprovinzen. Seine charakteristische Ausprägung erhält der Kult im Westen.

Weihungen auf Steindenkmälern, Interpretationen des umfangreichen Bildprogrammes und die Auswertungen der archäologischen Befunden bilden die Grundlagen der Erforschung des Kultes, der bis um 400 n.Chr. nachzuweisen ist.

Literatur:
Ulansey 1998.

Rekonstruktion des Mithrasreliefs, Museum Großkrotzenburg
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1 Rekonstruktion des Mithrasreliefs, Museum Großkrotzenburg © Museum Großkrotzenburg

Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen & Archäologische Staatssammlung München mit Unterstüzung der Bayerischen Sparkassenstiftung