MUSEEN AM MAINLIMES

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Gebrannte Tonziegel waren neben Stein und Holz das wichtigste Baumaterial. Later coctus hieß der einfache Mauerziegel, der in Normgrößen gefertigt wurde. Steingebäude und Fachwerkbauten waren meist ziegelgedeckt - tegulae und imbrices hießen die römischen Falzziegel und die rechteckigen Dachziegel. Im Wort "Ziegel" steckt noch das lateinische Lehnwort tegula. Zum Bau von Hypokaustenheizungen benötigte man spezielle Ziegelformen, so Hohlziegel tubuli) für Wandheizungen, in denen die Luft zirkulieren konnte.

Der gemagerte, reife Ton wurde in Holzmodel gestrichen, nach dem Antrocknen in Öfen gebrannt. Der enorme Bedarf an Ziegel aufgrund großer Renovierungsmaßnahmen und Neubauten erforderte den Einsatz von Truppenteilen, die zur Ziegelproduktion abgestellt wurden. Mit Ziegelstempel der Truppe wurden die Endfabrikate markiert, so dass sich auch noch heute die Verbreitung nachvollziehen lässt.

Am Mainlimes konnten mehrere Ziegelbetriebe ausgegraben werden, die in Nähe der Rohstofflagerstätten, den Tonvorkommen, vom Militär eingerichtet wurden. Bekannt wurden die Ziegelproduktion der cohors Vindelicorum in Großkrotzenburg, die die Ziegeleien in Frankfurt-Nied ablösten. Auch für die Nähe von Transportwegen war hier gesorgt, die Ziegel wurden auf dem Main verschifft.

Literatur:
Steidl 2008, 120ff. "Militärziegelei", Limes-Lexikon 2009, 87. Brandl-Federhofer 2010.

Militärziegelei, Diorama im Museum Großkrotzenburg
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Ziegelstempel, Museum Großkrotzenburg
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1 Militärziegelei, Diorama im Museum Großkrotzenburg © Museum Großkrotzenburg 2 Ziegelstempel, Museum Großkrotzenburg © Museum Großkrotzenburg

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