MUSEEN AM MAINLIMES

Welterbe MainlimesLimesmuseenLimesgemeindenThemenKarteMedienAktuellesKontakt

Als Baumaterial für die Kastelle wurde meist der in unmittelbarer Nähe vorkommende Stein genutzt, so Buntsandstein in der Miltenberger Gegend, Basalt in den Kastellen Großkrotzenburg und Seligenstadt. Der Bedarf war enorm - für das Kastell Miltenberg-Altstadt war eine Menge von 15 000 Tonnen erforderlich.

Die Kastelle am Mainlimes folgten dem rechteckigen Grundrissplan, der in der Mittleren Kaiserzeit am Limes im gesamten Imperium Romanum üblich war. Die Kastellmauern mit vorgelagerten Spitzgräben umschlossen ein rechteckiges Areal. Die Größe für Kohorten lag über 100 m mal 200 m, für die Numeruseinheiten bei etwa 80 m mal 120 m. Die Längsachse (via praetoria, via decumana) sowie die Querachse (via principalis sinistra, via principalis dextra) teilte das Areal in vier Flächen. Der Schnittpunkt war auch der Ausgangspunkt der Vermessungen, hier wurde nach Planierung der Fläche die groma, das Vermessungsgerät aufgestellt.

Die Lagerstraßen führten durch befestigte Toranlagen aus dem Kastell in die vici, die Lagerdörfer. Zwei Türme und die überdachte Durchfahrt bildeten eine Toranlage, die nach der jeweiligen Lagerstraße benannt wurde: porta decumana, porta praetoria, porta principalis sinistra, porta principalis dextra.

Die Aufteilung der Gebäude entsprach einem gleich bleibendem Schema. An der via principalis lag zentral die principia, das Stabsgebäude. Der aus Stein errichtete Gebäudekomplex hatte mehrere Räume, die sich um einen Innenhof gruppierten. Schreibstuben und Waffenarsenale lassen sich in vielen Kastellen am Main durch Bauweise und Fundmaterial bestimmen. Die scholae waren Aufenthaltsräume der Unteroffiziere. Das Fahnenheiligtum lag zentral an einer Querhalle (basilica): hier schworen die Soldaten den Eid auf den Kaiser. Feldzeichen der Truppe und Standarten waren hier aufgestellt, ebenso das Kaiserbildnis und Altäre.

Der Getreidespeicher (horreum) nahm die Getreidevorräte auf. Werkstätten (fabrica) waren vor allem mit Waffenschmieden besetzt. Mannschaftsbaracken, meist in Fachwerkbauweise errichtet, nahmen die Truppen auf.

Literatur:
Steidl 2008, 85ff. "Kastelle", Limes-Lexikon 2009, 68ff.

Aushub von Steinquadern des Kastells Miltenberg Altstadt am Springborngraben
1
Plan der Befunde, Kastell Saalburg
2
1 Aushub von Steinquadern des Kastells Miltenberg Altstadt am Springborngraben © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 2 Plan der Befunde, Kastell Saalburg

Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen & Archäologische Staatssammlung München mit Unterstüzung der Bayerischen Sparkassenstiftung