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Die Anlage des Kastells erklärt sich durch die strategisch wichtige Position an Fernwegen, die vom freien Germanien durch die Täler der Flüsse Elsava und Mümling verliefen. An der Mümling lagen mehrere villae rusticae.

Im Zentrum von Obernburg ist der Verlauf heutiger Straßen noch nach den Fluchten des Kastells ausgerichtet. Die frühere Hauptstraße, heute Römerstraße, führt über die antike via principalis, die Badgasse durchquert die porta praetoria. An der Kreuzung der beiden Straßen lag die principia.

Das Kohortenkastell, in dem zunächst die cohors I Germanorum, ab dem 2. Jahrhundert die cohors IIII Aquitanorum stationiert war, war ca. 188 m (184 m) mal 160 m groß.

Der anschließende vicus hatte eine ringförmige Ausdehnung, nach Nordosten rund 250 m, nach Südwesten 350 m. Die Gräberfelder lagen entlang der Römerstraße im Norden des Kastells und im Süden an der Miltenberger Straße.

Datierung

Vermutlich bereits um 90 n. Chr. als Holz-Erde-Kastell, sicher ab 107/110 n. Chr. erbaut.

Denkmal

Kategorie: Kastell, Canabae / Vicus, Römerstraße, Bestattungsplatz, Mithräum, Sekundäre Fundstelle

Holz-Erde-Kastell wahrscheinlich; Steinkastell mit einfachem Spitzgraben von ca. 3 ha; vicus. Bestattungsplätze. Straße. Mithräum. Sekundäre Fundstelle eines Römersteins (Römerstraße 41).

Zustand: Überbaut. Durch Markierung auf dem Straßenpflaster in der Altstadt (Badgasse) ist die Lage der porta praetoria erfahrbar. In der St. Anna-Kapelle sind Steindenkmäler zu besichtigen.

Denkmalschutz: Ja - UNESCO Welterbe 2005

Präsentation: Mehrere Informationsstellen geben Auskunft über Kastell am Römerspazierweg des UNESCO-Geoparks.
Nachbildung einer Iupiter-Giganten-Säule und originale Zinnendecksteine am Parkplatz des Römermuseums.
Sekundär verbaute Römersteine in der St. Anna Kapelle und an der Hausfront Römerstraße 41.

Forschung: Bereits 1741 wurde in Obernburg ein Kastell vermutet, die Befunde wurden 1884 bei Baumaßnahmen entdeckt. Die Ausdehnung des Kastells wurde von der Reichs-Limeskommission (W. Conrady) festgestellt. 2006 musste der Verlauf der Decumanfront im Nordwesten korrigiert werden, als in der Runden-Turm-Gasse eine Ausgrabung stattfand.
Erst später gelangte man zu Kenntnissen über die Zivilsiedlung (L. Hefner, H. Lüdemann).
Die Gräberfelder wurden durch Raubgrabungen bereits zu Zeiten Conradys bekannt.

Literatur
Christ 1878. ORL A, 3, 6 Nr. 35. Conrady 1903. Hock 1929. Hock 1929a. Kunkel 1953. Schneider 1956. Hefner-Michelbach 1962. Hefner 1967. Baatz-Herrmann 1982, 176, 231, 457-449. Schallmayer 1984, 55-57. Schönberger 1985, 465 D 65. Rosenstock 1986. Sommer 1988, 680. Teichner 1994. Jae 2004. Jae 2006.

Links

Deutsche Limeskommission: Kastell Obernburg

Luftbildkarte Kastell Obernburg
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Katasterplan mit eingezeichnetem Kastell, Stand 2005
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Porta praetoria in der Badgasse
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Porta principalis dextra in der Römerstraße/Oberer Gasse
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Lage der Stabsgebäude in der Römerstraße
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Eingemauerter Inschriftstein, Römerstraße 41
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St. Anna-Kapelle, Obernburg
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Bauinschrift aus dem Jahr 162 n. Chr. am Stabsgebäude des Kastells Obernburg, Museum Obernburg
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1 Luftbildkarte Kastell Obernburg © LVG, Bearbeitung M. Berger (ASM) 2 Katasterplan mit eingezeichnetem Kastell, Stand 2005 © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 3 Porta praetoria in der Badgasse © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 4 Porta principalis dextra in der Römerstraße/Oberer Gasse © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 5 Lage der Stabsgebäude in der Römerstraße © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 6 Eingemauerter Inschriftstein, Römerstraße 41 © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 7 St. Anna-Kapelle, Obernburg © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 8 Bauinschrift aus dem Jahr 162 n. Chr. am Stabsgebäude des Kastells Obernburg, Museum Obernburg © Römermuseum Obernburg

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