MUSEEN AM MAINLIMES

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Kastell Wörth

Nordwestlich von Wörth am Main liegt das Numeruskastell 4,5 km vom Kastell Obernburg und 2,3 km vom südlich gelegenen Numeruskastell Trennfurt entfernt. Bis um 150 n. Chr. endete hier zunächst der Mainlimes (ältere Mainlinie) und der Limes setzte sich im Odenwald fort.
Im Süden des Kastells mündet der Mutterbach in den
Main.

Das Numeruskastell war von einem doppelten Spitzgraben und einer steinernen Mauer umgeben und hatte vier Toranlagen. Die Prätorialfront richtete sich nach dem Lauf des Mains. Die Principia war aus Stein errichtet. Die geophysikalischen Untersuchungen ergaben in der Nordwestecke ein Restkastell (Reduktionskastell).
Im Südosten lag das Kastellbad.

Der vicus erstreckte sich längs der aus dem Kastell zum Main führenden Straße. Dort wird eine Hafenanlage angenommen, das antike Mainufer befand sich etwa 150m von der Prätorialfront des Kastells entfernt. Der vicus setzte sich nach Norden und Süden fort: 1985 wurde ein Brunnenstein im vicus nordwestlich des Numeruskastells gefunden.

Ein Übungsplatz für Reitertruppen wird aufgrund eines Inschriftsteins vermutet.

Im 0,8 ha großen Kastell waren ca. 160 Mann stationiert, nach Inschriften auf Steindenkmälern der numerus Brittonum und die exploratores Nemanginenses. Als Befehlshaber ist ein Centurio Provincalis von der 22. Legion aus Mainz nachgewiesen.

Datierung

Neuere Funde aus der spätflavischen Zeit um 90 n. Chr. Fundspektrum Mitte des 2. Jahrhunderts bis Anfang des 3. Jahrhunderts.

Denkmal

Kategorie: Kleinkastell, Therme / Bad, Canabae / Vicus, Sekundäre Fundstelle, Hafenanlage

0,8 ha Kastellareal, zweifacher Spitzgraben, steinerne Kastellumwehrung, vier Toranlagen; Teile der principia aus Stein; verstürzte Kastellmauer. Reduktionskastell. Kastellbad. Vicus. Eine Schiffsanlegestelle ist aufgrund geophysikalischer Messungen wahrscheinlich.

Zustand: Unter unverbautem Wiesen- und Ackerland, geringe Bodenwellen erkennbar. Ohne spätere Bebauung in landwirtschaftlich genutztem Wiesen- und Ackerland, querende Eisenbahnstrecke.

Denkmalschutz: Ja - UNESCO Welterbe 2005

Präsentation: Hinweisschild auf der Landstraße am westlichen Eingang zum mittelalterlichen Ortskern von Wörth.

Forschung: Durch Ausgrabungen der Reichs-Limeskommission 1882/1883 und 1887 (W. Conrady) wurde das Kastell bekannt. Besonderes Aufsehen erregte eine unversehrt verstürzte Kastellmauer an der Nordwestfront, die Aufschluss über die Bauweise der Umfassungsmauern der Limeskastelle gibt. 2002/2003 wurden geophysikalische Messungen durch das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege vorgenommen. Ein zweiter vorgelagerter Graben wurde erkannt. Die Befunde des vicus im Nordwesten des Kastells wurden abgeklärt. Auf diesen Grundlagen entstand eine virtuelle Rekonstruktion des Kastells.

Literatur
ORL B Nr. 36. Conrady 1900a. Baatz-Herrmann 1982, 497f. Schallmayer 1984, 59-61. Schönberger 1985, 466 D 71.Reuter 1999. Faßbinder-Lüdemann 2002. Baatz 2000, 179. Limesstraße 2002, 69. Steidl 2008, 97ff. Lüdemann 2008.

Links

Deutsche Limeskommission: Kastell Wörth

Luftbildkarte Kastell Wörth
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Unverbautes Areal des Numeruskastells Wörth am Main
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Magnetogramm vom Areal des Kastells und des vicus in Wörth
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Plan des Numeruskastells Wörth, Kastellbad und Vicus
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Nordwestliches Areal des Numeruskastells Wörth am Main
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Südöstliches Areal des Numeruskastells Wörth am Main
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Karte Verkehrswege Wörth am Main
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Umgestürzte Kastellmauer mit Ergänzungen, Wörth, Zeichnung aus ORLB Nr. 36, 6 Fig 1,2.
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Umgestürzte Kastellmauer, Zeichnung W. Conrady
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Kastellbad Wörth, Zeichnung der Ausgrabung der Reichs-Limeskommission
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1 Luftbildkarte Kastell Wörth © LVG, Bearbeitung M. Berger (ASM) 2 Unverbautes Areal des Numeruskastells Wörth am Main © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 3 Magnetogramm vom Areal des Kastells und des vicus in Wörth © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 4 Plan des Numeruskastells Wörth, Kastellbad und Vicus © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 5 Nordwestliches Areal des Numeruskastells Wörth am Main © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 6 Südöstliches Areal des Numeruskastells Wörth am Main © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 7 Karte Verkehrswege Wörth am Main © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 8 Umgestürzte Kastellmauer mit Ergänzungen, Wörth, Zeichnung aus ORLB Nr. 36, 6 Fig 1,2. 9 Umgestürzte Kastellmauer, Zeichnung W. Conrady © Römisch-Germanische Kommission Frankfurt a.M., Archiv der Reichslimeskommission 10 Kastellbad Wörth, Zeichnung der Ausgrabung der Reichs-Limeskommission © Römisch-Germanische Kommission Frankfurt a.M., Archiv der Reichslimeskommission

Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen & Archäologische Staatssammlung München mit Unterstüzung der Bayerischen Sparkassenstiftung