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Kastell Bürgstadt

Das in der Literatur auch als "Miltenberg-Ost" bezeichnete Kleinkastell liegt 2,3 km östlich des Altstadtkastells an der Gemarkungsgrenze zwischen Miltenberg und Bürgstadt, 300 m vom Main entfernt.

Im 88 m mal 73 m großen Numeruskastell war die ca. 120 Mann starke Truppe des Numerus exploratorum Seiopensium stationiert, die dem Präfekten des Altstadtkastells unterstand.

Zwischen dem östlich gelegenen Kohortenkastell "Altstadtkastell Miltenberg" und dem Numeruskastell "Ostkastell" verlief am Fuße des Greinberges eine Verbindungsstraße, an der das Lagerdorf lag. Hier wurde auch ein Töpferofen entdeckt.

Datierung

Errichtet um 159/160 n. Chr. in Holz-Erde-Bauweise; eine Bauinschrift nennt die fertigstellung von Steinbauten und Toren zwischen 198 und 209 n. Chr.; Brandhorizont, der mit Einfällen der Alamannen um 233 n. Chr. gesehen wird; danach wurde das Bad in das Innere des Kastells verlegt, ebenso ein Teil der zivilen Bauten. Die Errichtung einer Mauer deutet auf die Verkleinerung des geschützten Kastellareals hin. Mittelalterliche Funde.

Denkmal

Kategorie: Kleinkastell, Canabae / Vicus, Römerstraße, Keramikbrennofen

Das 0,6 ha große Numeruskastell war von einer 1,6 m starken Steinmauer und einem Spitzgraben umgeben; Principia, Mannschaftsbaracken. Vicus mit Streifenhäusern; Keramikbrennofen; Straße.

Zustand: Das Areal des Kastells liegt zwischen Gartenstraße und Bürgstädterstraße und ist von Wohnhäusern überbaut, ebenso der vicus.

Denkmalschutz: Ja - UNESCO Welterbe 2005

Forschung: 1912 wurde das Numeruskastell entdeckt und die Umfassungsmauer ausgegraben. 1979 wurde das Innere untersucht, wobei das Stabsgebäude und Teile des Bades freigelegt wurden. 1998 wurden Teile des westlichen vicus ergraben, ebenso das östliche Kastellareal. Dabei wurden wesentliche Erkenntnisse einer geänderten Nutzung des Kastellareals nach dem Einfall der Alamannen gemacht.

Literatur
Winterhelt 1929. ORL A, Bd. 4, Strecke 7-9, 58-59. Overbeck 1982. Baatz 1982, 439f. Schönberger 1985, 479 E 60. Rytka 1987. Sommer 1988, 677. Jae 1998. Lebeda 1998. Baatz 2000, 217. Jae 2000. Jütting 2000. Limesstraße 2002 71f. Steidl 2008, 204ff.

Links

Deutsche Limeskommission: Kastell Miltenberg Ost

Luftbildkarte Kastell Bürgstadt
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Kastell Miltenberg-Bürgstadt und Beginn des Vorderen Limes, Karte UNESCO-Welterbe
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Kastell Miltenberg-Bürgstadt, Plan
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Kastellmauer (rote Linie) bis Westecke, Gartenstraße Bürgstadt
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Stichstraße in das Innere des Numeruskastells, Bürgstadt
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Erschließung des Numeruskastells Miltenberg-Bürgstadt, Verkehrswege
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Bauinschrift aus dem Numeruskastell Miltenberg-Bürgstadt ("Miltenberg-Ost"), datiert in die Jahre zwischen 198 und 211 n. Chr. Museum der Stadt Miltenberg
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1 Luftbildkarte Kastell Bürgstadt © LVG, Bearbeitung M. Berger (ASM) 2 Kastell Miltenberg-Bürgstadt und Beginn des Vorderen Limes, Karte UNESCO-Welterbe © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 3 Kastell Miltenberg-Bürgstadt, Plan © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 4 Kastellmauer (rote Linie) bis Westecke, Gartenstraße Bürgstadt © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 5 Stichstraße in das Innere des Numeruskastells, Bürgstadt © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 6 Erschließung des Numeruskastells Miltenberg-Bürgstadt, Verkehrswege © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 7 Bauinschrift aus dem Numeruskastell Miltenberg-Bürgstadt ("Miltenberg-Ost"), datiert in die Jahre zwischen 198 und 211 n. Chr. Museum der Stadt Miltenberg © Boundary Productions, Photo Eric Dobat

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