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Militärziegelei Großkrotzenburg

Im Nordosten des Kastells an der Kreuzung Friedrichstraße 5/Louisenstraße, nahe des Limes, befanden sich mehrere Ziegeleien; Bodenvorkommen und die Möglichkeit des Schifftransportes begünstigte die Errichtung der Betriebe.

Die cohors IIII Vindelicorum richtete um 193/194 n. Chr. eine große Militärziegelei ein, um in der Provinz Germania superior den Bedarf der Sanierungsprogramme und der Neubauten, z. B. für das Kastell Niederbieber, zu befriedigen.

Während des 10 bis 20 Jahre dauernden Betriebes wurde eine Unmenge an Ziegeln produziert, hauptsächlich für die Pfeiler der Hypokausten. Beliefert wurden zivile und militärische Niederlassungen bis zum Neuwieder Becken an der Grenze zur Provinz Germania inferior, das Mainzer Gebiet und die Wetterau. In flachen Lastenkähnen wurden die Ziegel auf den Flüssen Main, Rhein, Nidda, Nidder und Wetter transportiert: die Verbreitung der Ziegel aus Großkrotzenburg zeigt, dass auch die Nebenflüsse beschifft wurden.

Datierung

Denkmal

Kategorie: Ziegeleibetrieb

mehrere Ziegelöfen (fünf wurden ergraben).

Denkmalschutz: Ja - UNESCO Welterbe 2005

Forschung: Erst 1982/83 wurden die Ziegeleibetriebe entdeckt; lange vorher waren die Stempel der cohors IIII Vindelicorum bekannt, so aus den Kastellen Niederbieber und Walldürn.

Literatur
Baatz-Herrmann 1982, 327f. Jüngling 1983. Jüngling-Perzl 1983. Steidl 2008, 121ff.

Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen & Archäologische Staatssammlung München mit Unterstüzung der Bayerischen Sparkassenstiftung