MUSEEN AM MAINLIMES

Welterbe MainlimesLimesmuseenLimesgemeindenThemenKarteMedienAktuellesKontakt

Kastellbad Stockstadt

Das Kastellbad lag östlich des Kastells, 50 m von der porta praetoria entfernt zwischen Hafenanlage und Kastellmauer.

Der Gebäudekomplex umfasst mehrere Räume, die in einer Reihe angeordnet sind. Das Bad vom Typus "Reihenbauweise" war 44,5 m lang und bis 19,45 m breit und aus Gneis errichtet. Mehrere Präfurnien beheizten die großzügigen Räume. Nach dem Kaltbad (Raum A) betrat man über den Vorraum B das Laubad C. Hier stand ein verziertes Wasserbecken aus Stein. Der größte Raum D, das Warmbad, hatte zwei halbkreisförmige Nischen: in diesen Apsiden waren vermutlich Bassins eingelassen. Auch war dieser Raum mit mehrfarbiger Wandmalerei ausgestattet, geometrische und florale Muster zierten die Wände. Außerdem fand man Scherben von Fensterglas: die südlich gelegenen Fenster wärmten zusätzlich den Warmbaderaum.

Viele der Ziegel, die zum Bau der Hypokausten verwendet wurden, tragen den Stempel der legio XXII Primigenia pia fidelis, die in Mainz stationiert war und Ziegel u. a. in Frankfurt-Nied herstellen ließ. Der Estrich war teilweise aus wasserundurchlässigem Beton; im Nordosten des Gebäudes werden zwei Kaltwasserbassins vermutet. Von hier führt ein Kanal das Abwasser ab, der bis zum Main verfolgt werden konnte.

Datierung

um 110 n.Chr. errichtet, wenig später nach dem Kastellbau.

Denkmal

Kategorie: Therme / Bad

Kastellbad

Zustand: 1968 wurde das Kastellbad in den Nilkheimer Park versetzt.

Denkmalschutz: Nein

Präsentation: Tafel im Nilkheimer Park

Forschung: Vor der Errichtung der Papier- und Zellstofffabrik wurde 1895 das Kastellbad entdeckt. Die Fundamente, Hypokausten und das Mauerwerk waren außergewöhnlich gut erhalten.

Literatur
Baatz-Herrmann 1982, 233. Steidl 2008, 175ff.

Kastellbad aus Stockstadt, heute im Nilkheimer Park
1
Hinweistafel beim Kastellbad aus Stockstadt, Nilkheimer Park
2
Badegebäude Stockstadt, aus ORL B Nr. 33, 1 Tafel IV.
3
Kastellbad Stockstadt, Nachlass W. Conrady
4
Ausgrabung der Reichs-Limeskommission 1895
5
Plan Kastellbad, Reichs-Limeskommission
6
Aschaffenburg Stiftsmuseum. Planzeichnung der Kastelltherme Stockstadt von Dipl.-Ing. Wirth (ca. 1910). Tusche und Wasserfarben auf Papier, 77 x 54 cm
7
1 Kastellbad aus Stockstadt, heute im Nilkheimer Park © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 2 Hinweistafel beim Kastellbad aus Stockstadt, Nilkheimer Park © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 3 Badegebäude Stockstadt, aus ORL B Nr. 33, 1 Tafel IV. 4 Kastellbad Stockstadt, Nachlass W. Conrady © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 5 Ausgrabung der Reichs-Limeskommission 1895 © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 6 Plan Kastellbad, Reichs-Limeskommission © Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, München 7 Aschaffenburg Stiftsmuseum. Planzeichnung der Kastelltherme Stockstadt von Dipl.-Ing. Wirth (ca. 1910). Tusche und Wasserfarben auf Papier, 77 x 54 cm © Markus Marquart, Museen der Stadt Aschaffenburg

Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen & Archäologische Staatssammlung München mit Unterstüzung der Bayerischen Sparkassenstiftung