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Kastell Großkrotzenburg

Das Kastell Großkrotzenburg liegt am nördlichen Ufer des Mains, wo der Limes (östliche Wetteraustrecke, Südteil) auf den Fluss trifft. Im Norden befand sich in der Antike ein Seitenarm des Mains (heute Altarm Schifflache) und ein ausgedehntes Sumpfgebiet.

Die römische Brücke über den Main ermöglichte das Übersetzen von Truppenverbänden. Gegenüber dem Kastell Großkrotzenburg lag das Numeruskastell Hainstadt, ca. 2 km mainabwärts, das bis zur Fertigstellung des Kastells Großkrotzenburg bestanden hat.

Das Kastell liegt nur 25 Meter vom Pfahlgraben des Limes entfernt, die Ostmauer des Kastells verlief parallel zur Steingasse. Das Kastell liegt ca. 150m vom heutigen Ufer des Main entfernt, auf einer leicht erhöhten Terrasse. Vom Kastell sind die Toranlagen, der Verlauf der Umfassungsmauer und Teile der principia bekannt.

Im Norden und Westen des Kastells von 2,1 ha lag der vicus, der sich bis 400 m nach Westen erstreckt. Hier verlief auch die Limesstraße. Am Siedlungsrand im Nordwesten befand sich ein Mithräum; ein Gräberfeld schloss sich an. Im Nordosten des Kastells richtete die cohors IV Vindelicorum gegen Ende des 2. Jahrhunderts einen Ziegeleibetrieb ein. Das Kastell stand 211 n. Chr. unter dem Doppelkommando des Seligenstädter Präfekten.

Datierung

Anlage des Limesabschnittes Marköbel - Großkrotzenburg um 100 n. Chr., Kohortenkastell 119/120 n. Chr.; Brückenbau etwa 134-138 n. Chr. Mittelalterliche Überbauung der Kastellmauer.

Denkmal

Kategorie: Kastell, Canabae / Vicus, Ziegeleibetrieb, Mithräum, Römerstraße, Therme / Bad, Brücke, Pfahlgraben

Kastell; Benefiziarierstation vermutet; vicus; Mithräum; Kastellbad; Ziegeleien; Straßen; Steinpfeilerbrücke; Pfahlgraben des Limes.

Zustand: Im Ortsbild des Zentrums von Großkrotzenburg ist der Grundriss des Kastells noch gut erkennbar. Die Kirchgasse entspricht dem Verlauf der via principalis. Die Toranlage am Areal des Museums ist konserviert und öffentlich zugänglich.

Denkmalschutz: Ja - UNESCO Welterbe 2005

Präsentation: Mehrere Informationstafeln im Ort.

Forschung: Aufgrund der mittelalterlichen Überbauung setzte die Forschung erst am Ende des 19. Jahrhunderts ein, als der Hanauer Geschichtsverein mehrere Untersuchungen (G. Wolff) durchführte. Bei Bauarbeiten kamen laufend weitere Befunde zutage.

Literatur
ORL B, Bd. 2 Nr. 23. Wolff 1903. Großkrotzenburg, Fundberichte aus Hessen 2, 1962, 12ff. Baatz-Herrmann 1982, 325ff. Jüngling 1983. Jüngling-Perzl 1983. Schönberger 1985, 464f. D60. Bergmann 2001.

Links

Deutsche Limeskommission: Kastell
Großkrotzenburg

Luftbildkarte Kastell Großkrotzenburg
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Südwestlicher Eckturm des Kastells am Gelände des Museums Großkrotzenburg
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Südwestlicher Eckturm des Kastells am Gelände des Museums Großkrotzenburg
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Mauerwerk aus Basaltbruchsteinen (opus spicatum) am südwestlichen Eckturm des Kastells, Gelände des Museums Großkrotzenburg
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Porta decumana des Kastells vor dem Museum Großkrotzenburg, Breite Straße
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Schild zur porta decumana des Kastells vor dem Museum Großkrotzenburg
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Südtor des Kastells, Großkrotzenburg
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Tafel beim Südtor des Kastells, Großkrotzenburg
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1 Luftbildkarte Kastell Großkrotzenburg © LVG, Bearbeitung M. Berger (ASM) 2 Südwestlicher Eckturm des Kastells am Gelände des Museums Großkrotzenburg © Boundary Productions, Photo Eric Dobat 3 Südwestlicher Eckturm des Kastells am Gelände des Museums Großkrotzenburg © Photo Eva Kuttner, Linz 4 Mauerwerk aus Basaltbruchsteinen (opus spicatum) am südwestlichen Eckturm des Kastells, Gelände des Museums Großkrotzenburg © Photo Eva Kuttner, Linz 5 Porta decumana des Kastells vor dem Museum Großkrotzenburg, Breite Straße © Photo Eva Kuttner, Linz 6 Schild zur porta decumana des Kastells vor dem Museum Großkrotzenburg © Photo Eva Kuttner, Linz 7 Südtor des Kastells, Großkrotzenburg © Photo Eva Kuttner, Linz 8 Tafel beim Südtor des Kastells, Großkrotzenburg © Photo Eva Kuttner, Linz

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